Cimon della Pala – der “Cerro Torre” im Trentino -Teil II

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Im ersten Teil (siehe hier) unserer Trentino Tour hatten wir versucht die im März beginnende “Milchstraßensaison” am Fuße des Cimon della Pala zu “feiern”, doch der dichte Nebel hatte uns die Tour kräftig vermasselt.

Mitte der darauf folgenden Woche zeigte die Wetterprognose für das bevorstehende Wochenende prächtige Verhältnisse für das Trentino und auch die Untergangszeit des nun zunehmenden Mondes war noch ideal. Der Mond sollte um 2.10 untergehen, wohingegen die Dämmerung erst gegen 4.30 zu erwarten war. Gute 2 Stunden hatten wir also Zeit das galaktische Zentrum der Milchstraße, das erst in der 2. Nachthälfte sichtbar werde würde, einzufangen.

Die Prognosen blieben stabil, so daß meine  Frau und ich bereits am Freitagmorgen ins Trentino fuhren. Niki, Chris und Caro konnten arbeitsbedingt nur einen kurzen Abstecher zur Pala wahrnehmen : So wollten sie um 0.00 Uhr direkt zum Treffpunkt am Passo Rolle kommen und am nächsten Morgen gleich wieder zurück nach Tirol.

Aber was tut man nicht alles für ein wenig “Milky Way”?  😉

Aber die Mühen und der Aufwand sollten sich lohnen. Zwar konnten wir nicht wie geplant wieder die Costazza besteigen, da der kräftige Wind und der Neuschnee der letzten Tage die Lawinensituation ordentlich verschärft hatte. Der steile Aufstiegshang war voller frischer und mächtiger Triebschneepakete. Also entschieden wir uns an der in den Winterschlaf verfallenen Baita Segantini zu bleiben, um dort das imposante Palamassiv vor der Milchstraße abzulichten.

Aber seht selbst was dabei herausgekommen ist. Manchmal sagen Bilder einfach mehr als tausend Worte:

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Warten auf den Aufgang der Milchstraße. Der Mond steht schon sehr schräg kurz vor seinem Untergang im Westen.

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Endlich geht die Milchstraße hinter der Palagruppe auf

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Seine Majestät der Cimon della Pala vor dem galaktischen Zentrum unserer Milchstraße.

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Knapp nach Beginn der astronomischen Dämmerung wird es schnell heller und die Milchstraße verblasst.

Um 4.30 Uhr morgens hieß es dann zusammenpacken, denn es dämmerte bereits sichtbar.
Der Parkplatz war schnell wieder erreicht und wir verabschiedeten uns von Caro, Niki und Chris, die jetzt noch 3 Stunden Autofahrt zurück Richtung Tirol vor sich hatten, um dann teilweise noch einen ganzen Arbeitstag zu bewältigen.

Ich konnte kaum noch meine Augen offen halten, geschweige denn mir vorstellen nach 3 Stunde Autofahrt auch noch arbeiten zu müssen.  Als wir den Passo Rolle die wenigen Kilometer Richtung San Martino di Castrozza zum Hotel herunterfuhren, hatten die Drei jedenfalls mein vollstes Mitleid.

Die ersten Sonnenstrahlen empfingen uns am Parkplatz des Hotels. Es sollte ein weiterer wunderschöner Spätwintertag werden im Herzen des Trentinos. Vorher wollten wir jedoch noch ein paar Stunden Schlaf “nachholen”.

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Die Palahochebene ist ein Eldorado für den Schneeschuhgänger

Nach einem späten Frühstück machten wir uns wieder auf, und ließen uns mit der Rosettabahn noch für einen kurzen Abstecher auf das Pala Hochplateau bringen.
Hier oben herrschte der Winter noch in seiner voller Pracht, in einer märchenhaften Schneelandschaft. Die weite Hochebene glänzte in ihrem, in der Sonne gleißend weißem Winterkleid.  Der Wind hatte den Schnee gepresst, verfrachtet, geschliffen und zu mystischen Skulpturen geformt, die man auf der gesamten Hochebene bestaunen konnte.

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Kurz vor dem Gipfel der Cima Rosetta

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Ein paar Böen empfingen uns auf dem schmalen Gipfelchen

Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit hatten wir nur noch für einen kurzen Abstecher auf die Cima Rosetta (anschließend zur Rosetta Hütte) Zeit, wollten wir doch die letzte Gondel ins Tal noch erreichen. Was für eine Traumlandschaft für jeden Schneeschuhgänger, der hier in den weiten Ebenen und sanften Hängen sein Eldorado finden kann. Bei Nebel und Wind kann die weite Ebene jedoch schnell zur Falle werden, würde man hier auf dem gewaltigen Hochplateau in einem “Whiteout” ohne GPS kaum mehr den Weg zurück finden.

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Überall auf der Hochebene konnte man die vom Wind gefrästen “Skulpturen” bestaunen.

Wir hatten an jenem Nachmittag jedoch keine einzige Wolke zu “beklagen” und genossen die schon recht starke Sonne. Auf dem Gipfel der Cima Rosetta hat man eine unglaubliche Fernsicht auf die Berge des Trentinos und noch viel weiter.

Nach einer gemütlichen Schneeschuh – Runde fuhren wir wieder ins Tal und nahmen noch einen kurzen Abstecher in das Val Venegia mit, um dort die im Sonnenuntergang rot “glühenden” Berge der Pala genießen und fotografieren zu können. Das Val Venegia ist ein wunderschönes Hochtal, in dessen Mitte sich ein malerischer kleiner Bergbach schlängelt. Der Schnee war durch die starke Sonneneinstrahlung des Tages sehr aufgeweicht und ohne Schneeschuhe hätte man dort abseits des zu Beginn gespurten Weges kaum eine Chance gehabt. Ausserdem konnte ich meine Schneeschuhe so, auf Grund der glitschigen Felsen im Wasser, kurzerhand zu Schnee-und-Bach-Schuhen umfunktionieren. Die besten Perspektiven findet man leider häufig an den unbequemsten Stellen.

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Liquid Gold – goldenes Licht reflektiert sich im Bergbach im Val Venegia 

 

ALLE BILDER DER TOUR:

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