Cimon della Pala – der “Cerro Torre” im Trentino -Teil I

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Der gewaltige Cimon della Pala im Trentino, auch das Matterhorn der Dolomiten genannt, bietet einen unglaublich beeindruckenden Anblick zum Sonnenuntergang. Die hohe Luftfeuchtigkeit die von Venedig im Süden stammt, führt in der Gegend häufig zu Nebel und Wolken, was für das gewisse „extra Drama“ zum Sonnenuntergang verantwortlich ist.

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Wir wollten uns diesen Anblick bei winterlicherlichen Verhältnissen auf keinen Fall entgehen lassen und so planten wir einen Schneeschuhtour auf den Aussichtsberg Costazza, über die Baita Segantini. Hier oben eröffnet sich einem ein umwerfendes Panorama mit der schroffen Westwand des Cimon della Pala, der ein wenig an den Cerro Torre in Patagonien erinnert.

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Man fährt bis knapp hinter Bozen und verlässt dort die “Autostrada”  nach Osten ins Fassatal . Am Ende schlängelt sich die Straße in unzähligen Kehren zum Passo Rolle empor. Dort kann man an einem Parkplatz bei einem Skilift parken. Der Fußgängerweg (bis zur Capanna Cervino meist gut gespurt) kreuzt hier ein paar mal die Skipiste bis zur Capanna Cervino. Danach steigt man der Baita Segantini durch eine traumhafte Winterlandschaft entgegen. In den Sommermonaten spiegelt sich die Bergkulisse hier direkt vor der dann bewirtschafteten Berghütte in einem wunderschönen kleinen Bergsee.

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Wir starteten in dem hier recht häufig vorkommenden dichten Nebel, der sich jedoch direkt nach der Cervino Hütte langsam lichtete und den Blick auf die beeindruckenden Felswände freigab. Fast schon dramatisch anmutend hüllten die Nebelfetzen die Dolomitentürme ein und bildeten immer wieder Fenster und Rahmen für traumhafte Fotos.

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Die Kraft der Frühlingssonne war bereits deutlich zu spüren, als wir schwitzend der Costazza entgegen stapften. Durch die Sonne war der Schnee bereits früh am Tag ziemlich durchnässt, was das Steigen deutlich erschwerte. Am Gipfel eröffnete sich dann zum ersten Mal ein gewaltiges 360 Grad Panorama in die schroffen Westwände der Palagruppe und über die Berge des Trentinos bis nach Südtirol.

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So fotografierten und filmten wir dort, bis die Speicherkarten “glühten”. Gegen Nachmittag zogen erneut Nebelschwaden um die Gipfel der Pala, was den Anblick dieser Berge noch deutlich rauer wirken ließ. Im dichten Nebel stiegen wir den steilen Hang zur Baita Segantini zurück, wo wir auf den Sonnenuntergang warteten. Der Nebel lichtete sich immer wieder und gab den Blick in die Westwand des Cimon della Pala frei. Durch die nun sehr tief stehende Sonne wurde uns die Pala in einem traumhaften “Zauberlicht” präsentiert, das wir bis zum letzten Sonnenstrahl auskosteten.
Zufrieden stiegen wir anschließend dem Parkplatz im Schein unserer Stirnlampen entgegen.

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Unserem Vorhaben in der Nacht nochmals zu kommen, um den Beginn der “Milchstraßensaison” in dieser gewaltigen Kulisse zu feiern, machte das Wetter jedoch einen dicken Strich durch die Rechnung. In der Nacht verhüllte leider dichter Nebel die Gipfel und Sterne.

Um kurz nach 0.00 Uhr klopfte ich in jener Nacht an Christians Hotelzimmertür. Eine vollkommen verstrubbelte Gestalt öffnete und sah mich erwartungsvoll an. Ich musst mir das Lachen verkneifen, denn er sah genauso müde aus wie ich mich fühlte, hatten wir allenfalls 2,5 Stunden Schlaf bisher gefunden.
“Ich glaube wir können es heute Nacht knicken, draußen ist Nebel bis fast ins Tal und das aktuelle Satellitenbild prognostiziert nichts Gutes.” Das letzte Bisschen Elan verschwand postwendend aus seinem Gesicht. Dennoch hatte alles weitere Planen und Überdenken keinen Sinn, der letzte Wetterbericht war eindeutig. So fanden wir in dieser Nacht doch noch eine “Mütze” voll Schlaf.
Nach einem typischen italienischen Frühstück machten wir uns etwas zerknirscht an die Heimfahrt, da aber jeder von uns noch nicht direkt nach Hause wollte, starteten wir eine kleine “Giro d´Italia” über gefühlt jeden Pass, der zu dieser Jahreszeit im Trentino und Südtirol zu befahren möglich war. 😉

Auf der Heimreise war jedoch schon für jeden von uns klar: wir würden wiederkommen … dieses Szenario musste einfach mit einer Milchstraße abgelichtet werden.

Ob wir dort doch noch Sterne gefunden haben erfahrt ihr im 2. Teil …

HIER GEHTS ZUM 2.TEIL

ALLE BILDER DER TOUR:

 

KURZES VIDEO VON CHRISTINA ROEMMELT

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=2mbZBv8l69c]

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